Wie sehen Kinder und Jugendliche

UFOs und Außerirdische?

 

von

Roland Gehardt

 

*** 

 

Inhalt:

 

Einführung

 

 Die Wesen und ihre Fahrzeuge

 

 Gespeicherte Formen

 

 Parameter

  

Bilder- Wiedererkennungstest für Kinder

 

 Ähnliche Projekte

 

Resümee

 

Quellen

 

 

 

 

Einführung

 

 

Es ist der 16. September  1994 morgens um 10.15 Uhr. Die Kinder der privaten „Ariel- Schule“ im zimbabwischen Ruwa haben gerade Pause, als mehr als 60 Kinder mehrere Objekte, darunter ein diskusförmiges und einige Außerirdische Piloten darin gesehen haben wollen.

 

         Ruwa, eine Stadt ca. 20 Kilometer östlich von Harare gelegen, ist seither ein Synonym dafür wenn es darum geht die Anwesenheit von Aliens und ihren Raumschiffen, den UFOs, mit Kindern und Jugendlichen in Zusammenhang zu bringen. Mehr als 60 Zeugen können doch auch eigentlich nicht irren. Gab es nicht schon vorher und auch später Beschreibungen durch Kinder und Heranwachsende, die immer genau den gleichen Typus Außerirdischer beschrieben und dies obwohl sie durch Kontinente getrennt in verschiedenen Kulturen geboren und aufgewachsen sind?

 

         Kinder können sich doch solch komplexe Geschichten und Einzelheiten der Beschreibungen wohl unmöglich ausdenken! Woher sollten sie denn ihr Wissen nehmen, wie ein anständiger Außerirdischer auszusehen hat der in der ganzen Welt immer wieder auftaucht und hundertfach in der themenbezogenen Literatur beschrieben wird? Einen besseren „Beweis“ als Kontakte mit Kindern kann es eigentlich nicht geben! Auch die Tatsache, dass Cynthia Hind, Michael Hesemann und der Harvard Professor John E. Mack diesen   Fall für einen der Beweise schlechthin        halten sollte doch was Wert sein! Oder?

 

Die Wesen und ihre Fahrzeuge

 

 

         „...Ich sah zwei Aliens. Einer stand (vor dem Raumschiff), er hatte ein längliches Gesicht und (ovale) Augen und ich sah zwei Löcher, aber keine Nase, und sie hatten normale Arme...und normale Beine... und ich sah einen dieser Männer bei dem Raumschiff, es war so, als würde er das große Raumschiff bewachen, und einer lief herum, lief im Gras herum...er lief etwas torkelnd, es sah nicht so  aus,

als würde er irgendwohin gehen, er lief da einfach nur herum. Und er lief wieder, aber nur eine kurze Strecke, und er ging zurück zu dem Schiff und verschwand, und das Schiff ging vielleicht einen Meter hoch und dann verschwand es, und die kleinen genauso“ So einer der jugendlichen Zeugen des Ruwa- Vorfalls. (1)

 

         Hier noch einige weitere Beispiele wie die Jugendlichen die We-sen und deren Fluggerät beschrieben haben, das auf einem Sumpf- gebiet, ca. 100 Meter, neben ihrem Pausenhof gelandet sein soll:

 

* „...es war von einer Reihe Lichter umgeben“ (Derrel T., 12 Jahre)

 

* „...Rund auf der Oberseite und flach auf der Unterseite und silbrig“

   (Phobe H., 11 Jahre)

 

* „Ich sah...dass es die Form zweier aufeinander gelegter Untertassen         

   hatte und es war silbern“ (John W. 12 Jahre)

 

* „Das war flach...und hatte so ein rundes Ding auf der Oberseite, das

   ist, wo sie saßen, bevor sie herunterkamen.“ (Emma B., 10 Jahre)

 

* „Sie hatten große Augen wie Katzenaugen und waren wirklich dünn

   und groß“ (Cammila R., 11 Jahre)

 

* Ich sah einen kleinen, schwarzen Mann mit langem schwarzem Haar

   und großen schwarzen Augen...seine Augen  waren  oval“ (Amy H.,

   13 Jahre)

 

* „...sie hatten große Köpfe und Augen wie große  Fußbälle“   (Derrel

   T. 12 Jahre) (2)

 

         Ganz ähnlich werden die Wesen beschrieben, die von den so genannten Schlafzimmer – Besuchern (Bedroom Visitor)  berichten, die, von der Anzahl der Berichte her, mengenmäßig den größeren Teil diese „Kontakte“ bilden. Hier gibt es Schilderungen von Kindern die gerade mal 2 Jahre alt sind und die sich meist ähneln:

 

         Jonathan, ein fünfjähriges Mischlingskind aus San Bernadino, Kalifornien, träumte, dass ihn ein weibliches  Wesen  berührte  und  er

daraufhin durch das geschlossene Fenster in ein „rundes Ding“  gebracht wurde wo auf einem Tisch irgendetwas an seinem Bein „gemacht“ wurde. Er beschrieb das Wesen als „grauen, großäugigen Alien“. Allerdings erst als ihm Bilder davon gezeigt wurden. (3)

 

         Amy war erst drei Jahre alt, als sie ihre Mutter an einem Märzabend zu Bett bringen wollte. An diesem Tag jedoch ging dies nicht ohne weiters. Amy schrie auf und sagte, dass sie sich verstecken wolle. Als ihre Mutter fragte warum, antwortete sie: „Weil die kleinen Menschen mich sonst kriegen“ Von ihrer Mutter befragt sagte Amy weiter, dass diese „kleinen Menschen“ in ihr Zimmer kommen würden um sie mit nach draußen zu nehmen. „Sie haben große Augen...sie holen mich, damit der Doktor mich untersucht.“

 

         Eines Tages, Amy war gerade dabei Bilder zu malen, wurde im Fernsehen ein Bild eines angeblichen Außerirdischen gezeigt, worauf sie auf den Bildschirm zeigte und meinte: „Das sind sie Mammi, ich habe Angst“ (3)

 

         Der vierjährige John will 1987 aus seinem Kinderzimmer heraus in ein Raumschiff gebracht worden sein, das in der Nähe des Mondes schwebte. Zwei „merkwürdige Wesen“ mit großen, dunklen Augen zeigten ihm ihr Schiff und nahmen eine medizinische Untersuchung an ihm vor, bevor sie ihn wieder in sein Zimmer brachten. (4)

 

         Wenn man nun denkt, dass es diese seltsamen „Erscheinungen“ nur in weit entfernten Ländern und Regionen gibt sieht man sich getäuscht! Auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen solcherart Berichte vor. Vor allem Ende der 80er bis Mitte der 90er muss das deutschsprachige Gebiet für die Aliens oder „die Anderen“(5), wie sie Johannes Fiebag nannte, ein bevorzugtes Gebiet gewesen sein.

 

         Die vierjährige Linda sah z.B. immer wieder „Monster“, die nächtens durch ihr Kinderzimmer „huschten“. Diese Monster hatten auffallend große, dunkle Augen. Ihrer Zeichnung nach sahen sie aber eher wie Teddybären aus. (6)

 

         Die dreijährige  Katharina berichtete über unheimliche Aktivität-

en von „bösen Käfern“. Diese Käfer kämen in der Nacht und haben große Schwarze Augen. Als ihre Mutter das Gesicht eines typischen Grauen zeichnete, malte das Mädchen noch einen Hut darauf und sagte: „Das ist der Nacht- Käfer, der zu Kathi kommen“ (6)

 

         Julia, damals 13 Jahre alt schreibt an das „Independent Alien Network“ und bittet darum Hilfe zu erhalten, da sie von einem Außerirdischen entführt worden sei. Im Verlauf des Gespräches erzählte sie von einem Traum, indem Greys sie entführten. Das Wesen sah genauso aus, wie dasjenige das auf dem Akte X- Poster an ihrer Wand zu sehen ist. (7)

 

         Auch wenn es sich bei dem zuletzt geschilderten „Fall“, nach Aussage des IAN, zweifelsfrei um einen Hoax, einen Schwindel gehandelt hat, so stellt sich doch die Frage, was hier von den Kindern und Heranwachsenden gesehen wurde. Im Grunde werden immer die gleichen Angaben über das Aussehen und über die Form der Vehikel gemacht. Große dunkle bzw. schwarze Augen. Großer Kopf, relativ klein und dürr. Die Fahrzeuge scheibenförmig mit einer Kuppel usw.

 

Gespeicherte Formen?

 

         Haben wir es nun  mit einer  speziellen „Urform“  der  Außerird-ischen zu tun,  oder  könnte  es  möglich  sein,  dass diese Formen von UFOs und die Beschreibung der Wesen schon fest im Gedächtnis von uns verankert ist? Treffen wir nicht schon fast täglich auf Abbildung-en dieser Wesen und von diskusförmigen Flugobjekten in Zeitungen und anderen Medien? Vor allem in der Werbung werden uns diese Ur-formen immer wieder gezeigt. Auch die Musikindustrie bedient sich mittlerweile bei den Außerirdischen, wie uns, als aktuelles Beispiel, der Videoclip der Gruppe Rosenstolz für ihr Album „Nachtliebe“ zeigt, indem eine ganze Gruppe Greys tanzend unter einer typischen Untertasse umher springt. (8) Auch der Fanta- Werbespot zeigt diesen Typus und dürfte mittlerweile von jedem in unseren Land gesehen worden sein. Aber auch von Kindern?

 

         Könnte es also sein, dass die gespeicherten Information, über das Aussehen von Aliens mittlerweile ein fester Bestandteil unseres kollektiven Gedächtnisses ist, wie dies J. G. Jung einmal genannt  hat?  

         Entführungsforscher würden dies vehement bestreiten! So meint z.B. die Pastorin der „United Church of Christ“, Deborah Bruce Truncale über ihre jugendliche „Zeugen“: „...Kinder neigen von Natur aus dazu, von neuen und unbekannten Entdeckungen und Erfahrungen in ihrer Welt  zu erzählen. Der grundlegende Unterschied besteht in der Darstellung von verinnerlichten, äußeren Erfahrungen einerseits...und inneren Erfahrungen andererseits...die nach außen projiziert werden...Alle Kinder lieferten Informationen, die sie nicht in Kinderbüchern, -sendungen, Comics, Zeichentrickfilmen und so weiter finden lassen. Die Kinder beschreiben Einzelheiten, Charakteristika und Verhaltensweisen, die sie aus ihrem Alltagsleben kaum kennen können. Außerdem weisen ihre Informationen interessante Parallelen zu den Berichten anderer Kinder und Erwachsener auf.“(3)

 

         Auch der Kunstmaler und Autor mehrerer Bücher über das Entführungsphänomen Budd Hopkins verneint diese Frage. Ich werde später noch mal auf ihn zurückkommen.

 

         Ich meine jedoch, dass es auch in Fällen mit Kindern eine Art UFOlogische Grundbildung gibt, wie sie bei Erwachsenen wohl keiner bestreiten würde. Niemand kann heutzutage von sich behaupten, noch niemals etwas über UFOs oder Fotos von angeblichen Raumschiffen gehört oder gesehen zu haben, obwohl dies immer wieder bei Zeugenaussagen getan und behauptet wird. Um dies auch für Kinder und Jugendliche annehmen zu können bedarf es jedoch schon mehr als einer Annahme.

 

         Um also diese Annahme verifizieren zu können bat ich Kinder und Heranwachsende darum Zeichnungen von UFOs, fliegenden Untertassen und von Außerirdischen anzufertigen, wie sie ihrer Meinung nach aussehen könnten. Als Arbeitsmaterial wurden lediglich Papier und Buntstifte bereitgestellt. Als meine ersten Probanden jedoch erklärten, dass Fliegende Untertassen und UFOs ja wohl das selbe sind, verblieben als Aufgabe noch das Zeichnen eines UFOs und eines Außerirdischen.

 

         Mittlerweile habe ich 70 Zeichnungen zurückerhalten, die, je nach künstlerischem Können mehr oder weniger deutlich machen, wie

sich unsere Jugend „echte“ Aliens vorstellt. Es wird schnell deutlich, dass hier nicht irgendwelche Sifi- Außerirdischen dargestellt werden, obwohl in den Zeichnungen Anleihen an Sifi- TV- Serien genommen wurden, sondern das es ein Grundmuster zu geben scheint, das sich wie der berühmte Faden der Ariadne durch die Fantasie unserer Kinder zieht.

 

Parameter

 

Bei der Auswertung der Zeichnungen wurden folgende Punkte festgelegt, die meiner Meinung nach zum Bild des typischen Grauen respektive zum Bild eines typischen UFOs gehören:

 

Aliens:

 

1.    Ein großer dreieckiger bis ovaler Kopf

2.    Ein Kopf der von den Proportionen nicht zum Rest des Körpers passt.

3.    Große, schwarze oder dunkle Augen

4.    Weniger oder mehr Finger/ Zehen an den Extremitäten als beim Menschen

 

 

UFOs:

 

1.    Diskus- oder Untertassenform

2.    Kuppel oder Kuppelförmige Erhebung auf einer Seite des Objekts

3.    Licht- oder Fensterreihe um das Objekt

4.    Landebeine oder Kugeln

 

 

 

 

 

 

Von den Zeichnungen wiesen folgender Punkte, in Prozent auf:

 

 

 

 

               

         Darf dies nun als Beweis dafür gedeutet werden, dass es das von mir angenommene Grundmuster gibt oder nicht? Ich denke, dass dies zwar kein Beweis ist, aber eine Tendenz aufzeigt die sehr wohl in diese Richtung geht. Es wäre wünschenswert, wenn wir mehr Zeichnungen dieser Art hätten um ein genaueres Bild erarbeiten zu können.

 

         Jedenfalls scheint mir die Aussage von Deborah Bruce Truncale und Budd Hopkins widerlegt zu sein, dass es keine Anzeichen für eine eventuelle Vorbelastung dieser Kinderzeugen gibt. Hier wurden meiner Meinung nach die intellektuellen  Fähigkeiten ihrer „Entführten“ nicht ernst genug genommen, oder einfach beiseite gewischt, weil sie nicht den eigenen Vorstellungen entsprachen.

 

Bilder- Wiedererkennungstest für Kinder

 

         Ganz einfach macht es sich dabei Budd Hopkins, der einen so genannten Bilder- Wiedererkennungstest für Kinder (HIRT) entwickelte, mit dem er hofft Erinnerungen bei den Zeugen hervorlocken zu können.  Dabei bedient er sich 10 Zeichnungen die Gesichter  aus dem realen Leben sowie der Mythologie und der Comic

Welt zeigen. Unter diesen Bildern ist auch die Zeichnung eines typischen Grey- Kopfes mit den bekannten großen, dunklen Augen.

 

         Wenn nun eines der Kinder, von denen er vermutet, dass sie Entführte sein könnten, bei der Vorlage der Zeichnungen auf eben diesen Alienkopf deutet und ihn als Vergleich heranzieht ist dies für Hopkins ein Sicheres Zeichen dafür, dass dieses Kind ein Entführter ist oder aber zumindest Kontakt zu den „Anderen“ hatte.

 

         Beim zweiten Teil des Tests läst er die Kinder aus den einzelnen Bildern zwei Stapel bauen. Im ersten Stapel sollen diejenigen kommen, die sie mögen. Auf den zweiten diejenigen Gesichter, die ihnen unsympathisch erscheinen. Da der Alienschädel eines der wenigen Gesichter ist, die einem fremd und unheimlich vorkommen scheint das Ergebnis dieses Versuches jedenfalls schon vorher klar zu sein. Denn komischerweise grinst sogar der Totenschädel und erscheint so recht freundlich, während das Greybild als eines der wenigen von vorneherein ein negatives Erscheinungsbild abgibt.

         Hopkins will anhand einer Kontrollgruppe von 10 Personen herausgefunden haben, dass Kinder die noch nicht entführt oder kontaktet wurden niemals den Alienkopf als die Abbildung eines Außerirdischen gedeutet hätten. Er schreibt dazu: „Kein Kind der Kontrollgruppe hat jemals den Kopf des Außerirdischen identifiziert oder bei seinem Anblick eine besondere Gefühlsregung gezeigt. Wenn überhaupt, dann reagierten sie verwundert auf das Bild: “Wer das hier ist, weiß ich nicht“ Natürlich habe ich diesen Versuch wiederholt und ebenfalls ca. Zehn Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren die Bilder gezeigt. Alle 10 sahen im Bild des Alien die Abbildung eines Außer-irdischen. Da es sich bei dieser Gruppe allerdings um Freunde meines Sohnes gehandelt hat, kann vielleicht davon ausgehen, dass diese nicht ganz unvoreingenommen waren. Ich werde diesen Versuch allerdings in einem Kindergarten wiederholen, wo die Kinder auch mehr in der Altergruppe derer von Hopkins sind.

 

         Im dritten Teil des HIRT- Tests bittet er die Kinder zu den Gesichtern Geschichten zu erzählen. Nachdem sie ihm eine Geschich-te z.B. über den Ninja Turtle erzählt haben legt er die Karte mit dem Alienkopf vor und wiederholt seine Aufforderung: „Angenommen“, so Hopkins, „er kommt in dein Zimmer erzähl mir was passiert, was er zu dir sagt und was du ihm erwiderst. Diese Situation liefert einen nahezu unfehlbaren Auslöser für die Rückerinnerung:“ so Hopkins.

 

         Um seine Angaben zu untermauern, dass es keinerlei kindliche Vorbelastung in Sachen Aliens gibt schreibt er: „Um herauszufinden, ob der Kopf des Außerirdischen ein vertrautes Bild für die Kinder ist, bin ich am letzten Halloween bei einigen Kostüm und Kuriositätenge-schäften gewesen, um eine Alienmaske zu kaufen. Es gab nichts Der-artiges. Zum heutigen Zeitpunkt (Mitte der 90er Jahre d.V.) ist dieses Bild auf jeden Fall nicht in der kindlichen Vorstellung verankert.“(3)

 

         Dies stellt eine klare Schutzbehauptung von Budd Hopkins dar, der einfach wissen musste, dass es, auch und vor allem in den USA, in jedem Spielzeugladen solche Masken und ganze Alienkostüme zu kaufen gegeben hat. Die Greydarstellung gab und gibt es auf tausenden von unterschiedlichsten Artikeln. Auch, und gerade, zu dem Zeitpunkt als er diesen Test veröffentlichte.

 

         Der Psychologe Richard Boylan wies Hopkins darauf hin, dass dieser Test nicht psychologisch abgesichert und damit wissenschaftlich wertlos sei. Er führte aus: „Ich halte es für unangemessen sich hier einer pseudowissenschaftlichen Terminologie zu bedienen...Ein kurzer Blick auf die Bilder zeigt außerdem, dass der so genannte Graue die einzig anormale Gestalt in der Zusammenstell-ung ist. Jede andere ist entweder aus der Mythologie, dem Volksglauben oder der menschlichen Erfahrung bekannt. Wenn der zum Teenager mutierte Ninja einem Kind eine heitere oder aufregende Abenteuergeschichte entlockt, während aber diese gespensterhafte, anormale Gestalt eine unheimliche gespenstische Erzählung hervorbringt, bestätigt das nur die offenkundige Wirkung der Bilder. Diese Reaktionen sind zu erwarten und können nicht als echte Beweise gelten.“ Darauf Hopkins in seiner für ihn bekannten Art: „...Originalität ist meine Stärke, nicht aber Beglaubigungen und akademische Beweise. Der Test hat seine Effektivität bewiesen.“(3) Dabei übersieht er aber leider, dass der Test auf falschen Annahmen aufbaut und gar nichts beweisen kann, da die Alienform viel weiter verbreitet ist als er es sich vorstellen konnte oder, noch schlimmer, wollte.

 

Ähnliche Projekte:

 

         Meines Wissens gab es ähnliche Versuche mit Hilfe von Kinder-zeichnungen zu ergründen ob es eine Vorbelastung zu diesem Thema gibt oder nicht bisher eher selten.

 

         John Carbenter, einer der Zuhörer als Hopkins den HIRT- Test vorstellte, wusste von einer Lehrerin, die ihre 30 Schüler aufforderte, das Gesicht eines Aliens zu zeichnen: „Sie erhielt 30 Zeichnungen, die sie sorgfältig durchsah. Kein Gesicht war grau oder annähernd grau gezeichnet. Es waren allesamt einfach wundervolle kreative, ganz unterschiedliche Zeichnungen. Wenn wir also annehmen, Kinder seien vorbelastet und beeinflusst, so hätte das Ergebnis wohl anders aussehen müssen.“ erklärte er (3) Hätte das Ergebnis  anders ausgesehen, wenn nicht nach der Farbe sondern nach den Merkmalen der „Urform“ gesucht worden wäre? Da ich die Zeichnungen nicht kenne und sie auch nicht publiziert worden sind, kann man dies vermuten, aber nicht belegen.

         Eigentlich hätte Budd Hopkins es besser wissen müssen! Hat er doch bereits im Jahre 1987 an einer damals gern gehörten Radioshow „Extension 720“  teilgenommen, die von  Prof. Dr. Milton Rosenberg, Psychologe an der Universität von Chicago moderiert wurde. Weitere Teilnehmer neben Hopkins waren Dr. Charles L. Gruder, Leiter der Psychologischen Fakultät der Illinois State- University sowie Dr. Martin T. Orne, Psychologe und Psychiatrieprofessor von der Universität von Pennsylvania, ein weithin be- und anerkannter Fachmann für Hypnose- Anwendungen.

 

 Phil Klass gibt uns ein Bild davon, um was es damals ging: „Zunächst erklärte Hopkins, dass es wohl schwierig sei, einen einzelnen Entführungsfall als Tatsache zu akzeptieren, aber die Muster von Ähnlichkeiten in vielen Fällen verliehen ihnen eine umfassende Glaubwürdigkeit. Gruder erschütterte diese Behauptung unter Berufung auf ein Experiment, das er selbst durchgeführt hatte. Er bat Schüler in einer Klasse spontan, ob sie ein „UFO und einen Außerirdischen „ aufzeichnen würden- und zwar ohne ihnen einen Grund dafür zu nennen. Anstandslos wurde dem Wunsche des Lehrers entsprochen. Gruder war überrascht, dass die meisten Zeichnungen recht gut übereinstimmten mit jenen, die Hopkins in seinem Buch vorstellte. Hopkins antwortete darauf: „Ich denke doch, dass es uns nicht wirklich überrascht.“ Wir sind jedoch deswegen überrascht, weil er genau diese Ähnlichkeiten als beeindruckenden Beweis zur Unterstützung der Entführungs- Erzählungen nimmt. Das populäre Konzept von UFO- Maschinen und Außerirdischen ist bereits in der Bevölkerung verwurzelt. Kein Wunder, wenn von 23 Außerirdischen Zeichnungen 18 menschenartig waren, bei denen immerhin 1/3 große Köpfe mit nur einer Linie als Mund aufwiesen.“ (9)

 

         Rosenberg meinte dazu ergänzend, dass die UFO- Geschichten schon lange ein moderner Mythos geworden sind, von dem eine gewaltige Menge an Propagandamaterial zirkuliere. „Man könne davon ausgehen, dass solche Übereinstimungen in spontanen Zeichnungen und auch in Entführungsgeschichten ganz einfach durch das Lesen von UFO- Geschichten und das Ansehen von UFO- Filmen zustande kommen.“ sagte Prof. Rosenberg. (9)

 

         Wenn  man  bedenkt,  dass  dieses  Experiment  bereits  im Jahre

1987 durchgeführt wurde erscheint es nicht weiter verwunderlich, dass die prozentualen Angaben geringer ausfallen als diejenigen in der vorliegenden Studie. Die Hochzeit sollte erst einige Jahre später beginnen. Auch gab es zu jener Zeit bei weitem nicht die Vielzahl an Abbildungen des typischen Grey- Aussehens bei Industrie, Werbung und Medien. Wäre dies damals schon der Fall gewesen, kann man davon ausgehen, dass die Zahlen ähnlich der jetzigen gewesen wären.

 

         Darüber weshalb Budd Hopkins einmal so, und wenige Jahre später genau das Gegenteil behauptet kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Es sagt jedoch viel über die Glaubwürdigkeit des „Stars“ der „Entführten- Untersucher“ aus.

 

Resümee

 

Die Mehrzahl der jugendlichen Entführten hat ihr Erlebnis nicht bewusst oder Real wahrgenommen, sondern hat es geträumt oder in einer Übergangsphase zwischen Wachen und Schlafen „erlebt“.

 

Liest man sich die Literatur über diese „Entführten“ durch, fällt auf, dass die Mehrzahl der Kinder die solche Situationen schildern Nachkommen von bereits entführten Elternteilen sind. Sehr auffällig wird dies in den Büchern von Johannes Fiebag aber auch in den Fall-schilderungen anderer Autoren die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Diese Autoren sprechen denn auch von einem Generationenphänomen. Dies heißt, dass bestimmte Personen seit mehreren Generationen immer wieder durch die  Außerirdischen entführt und untersucht würden. Warum kann natürlich niemand sagen. Sehr gerne wird dabei auf ein angebliche Genexperiment hingewiesen, das durch eine solche Vorgehensweise erklärt werden könne.

 

Ich sehe auch darin eine Schutzbehauptung mit der verzweifelt versucht werden soll das Vorhandensein einer  „Urform“ zu verneinen! Warum kann man sich nun fragen? Vielleicht aus dem Grund, da sonst eines der „Rätsel“ des Entführungsphänoms in sich zusammenfallen könnte wenn klar wäre, dass die Formen der „Anderen“ nichts anderes sind als gespeicherte Informationen des menschlichen Gehirns und nichts mit Außerirdischen zu tun haben.

 

 

Quellen:

 

 

(1)

 

Michael Hesemann/ Der Ruwa- Zwischenfall, im Magazin 2000 ,  Nr. 118, Argo- Verlag

 

 

(2)

 

Michael Hesemann/ Der Ruwa- Zwischenfall, Teil 2, im Magazin  2000, Nr. 119, Argo- Verlag

 

 

 (3)

 

Alien Discussions- von Außerirdischen Entführt, Forschungsberichte und Diskussionsbeiträge zur Konferenz am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, über das Abduktionsphänomen, Herausgegeben von A. Pritchard, David E. Pritchard. John E. Mack, Pam Kasey und Claudia Yapp

 

Verlag 2001, Frankfurt a. M. 1996

 

(4)

 

Hicks, Jim uns andere,

Unheimliche Begegnungen mit Außerirdischen, ECO- Verlag, Eltville/ Rhein 1999

 

(5)

 

Fiebag, Johannes

Die Anderen- Begegnungen mit einer außerirdischen Intelligenz, Knaur TB, 1995

 

(6)

 

Fiebag, Johannes

Kontakt, UFO- Entführungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz- Augenzeugen berichten, Langen Müller 1994, 2. Auflage

 

(7)

 

UFO- Report Vol. 10, Nr. 1, Januar- März 2001

 

(8)

 

Sendungen aus VIVA- TV im August und September 2002

 

(9)

 

Phil Klass, UFO- Entführungen ein gefährliches Spiel: in UFOs 2000- Die Eskalation, herausgegeben von Werner Walter (CENAP) und Rudolf Henke (GWUP) Mannheim/ Sandhausen 1993

 

 

 

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